Episode 0 – Vorstellung
Wie aus einem Auftraggeber ein Selbermacher wurde
Wenn man meine Eltern fragt, was einer meiner größten Wünsche als Kind war, werden sie wahrscheinlich antworten:
„Ein eigenes Haus.“
Schon als Kind stand für mich fest, dass ich irgendwann einmal in den eigenen vier Wänden leben wollte. Dass dieser Traum tatsächlich Wirklichkeit werden würde, hätte ich damals allerdings nicht gedacht.
Der Traum vom Eigenheim
Im Jahr 2021 war es schließlich so weit: Meine Frau und ich kauften ein Haus aus dem Baujahr 1973 mit Grundstück – vor den Toren von Landsberg.
Auf den ersten Blick hatte das Haus Potenzial. Auf den zweiten Blick wurde jedoch schnell klar, dass uns deutlich mehr Arbeit bevorstand als ursprünglich gedacht.
Doch entgegen der Erwartung vieler begann meine Reise zum Heimwerker nicht mit dem Hauskauf. Sie hatte ihre Anfänge schon viele Jahre zuvor.
Die ersten handwerklichen Gehversuche
Rückblickend fing vermutlich alles bereits in der Grundschule an. Meine Lehrerin brachte ich bei den Laubsägearbeiten regelmäßig zur Verzweiflung, weil ich es schaffte, während einer einzigen Unterrichtsstunde eine komplette Packung Sägeblätter zu verbrauchen.
Das Geräusch eines reißenden Sägeblatts – „Pling!“ – habe ich heute noch im Kopf.
Damals war das sicher kein vielversprechender Start in eine handwerkliche Karriere.
Vom Computer zum Werkzeug
Nach dem Schulabschluss begann ich eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker, die ich 2013 erfolgreich abschloss. Dort lernte ich nicht nur den sicheren Umgang mit Strom und elektrischen Anlagen, sondern auch die Welt der Computer und IT-Systeme kennen.
Die Ausbildung zeigte mir jedoch noch etwas anderes: Mir machte es Spaß, mit den Händen zu arbeiten und technische Probleme praktisch zu lösen – nicht nur vor einem Bildschirm zu sitzen.
Deshalb entschied ich mich anschließend für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik, das ich 2017 erfolgreich abschließen konnte.
Parallel dazu machte ich mich mit IT-Support Kail selbstständig, um einen Teil meines Studiums zu finanzieren. Ein Jahr nach dem Studium gab ich die Selbstständigkeit auf und wechselte in die Hardwareentwicklung. Seitdem entwickle ich Geräte mit Touchbildschirmen (HMI – Human Machine Interface) und begleite sie von der Entwicklung am Computer (mittels CAD Programmen) bis zum Test an fertigen Leiterplatten und Geräten.
Bis heute arbeite ich in dieser Branche.
Zurück ins Jahr 2021
Mit dem Haus begann schließlich das größte Projekt meines bisherigen Lebens.
Schon nach den ersten Tagen wurde klar: Das würde keine kleine Renovierung, sondern eine umfassende Sanierung.
Die Ausgangssituation sah ungefähr so aus:
- 💧 Wassereinbruch in der Garage
- ⚡ Eine teilweise abenteuerliche Elektroinstallation im gesamten Haus
- 🌳 Ein Garten, der eher an einen kleinen Urwald erinnerte
- 🎨 Wände, die von den Vorbesitzern mit den unterschiedlichsten „Kunstwerken“ verziert wurden
- 🪵 Böden, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hatten
Und das war nur der Anfang.
Vom Auftraggeber zum Selbermacher
Wie viele andere Hausbesitzer war auch ich anfangs überzeugt, dass Handwerker den Großteil der Arbeiten übernehmen würden.
Doch je mehr Angebote eingeholt wurden, desto deutlicher wurde: Viele Arbeiten waren schlicht nicht mehr bezahlbar. Also begann ich, mich intensiv einzulesen, Videos anzuschauen und schließlich selbst das Werkzeug in die Hand zu nehmen.
Aus kleinen Reparaturen wurden größere Projekte.
Aus Unsicherheit wurde Erfahrung.
Und aus einem Auftraggeber wurde Schritt für Schritt ein Selbermacher.
Was euch in dieser Serie erwartet
Mit dieser Blogserie möchte ich euch auf die Reise durch mehrere Jahre Umbau und Sanierung mitnehmen.
Ich zeige euch meine Projekte möglichst ehrlich und ohne etwas zu beschönigen – mit allen Erfolgen, Rückschlägen und den Fehlern, aus denen ich am meisten gelernt habe.
In den kommenden Episoden geht es unter anderem um:
- Wasser- und Abwasserinstallationen
- Heizungsarbeiten
- Elektroinstallationen
- Fliesenlegen
- Badumbau
- Trockenbau
- Gartenprojekte
- und viele weitere Arbeiten rund ums Haus.
Zu jedem Projekt erfahrt ihr außerdem:
- welches Werkzeug ich verwendet habe,
- welche Materialien benötigt wurden,
- was die Arbeiten gekostet haben,
- wie viel sich durch Eigenleistung sparen ließ,
- welche Fehler mir passiert sind
- und was ich heute anders machen würde.
Vielleicht motiviert euch meine Geschichte, das eine oder andere Projekt ebenfalls selbst anzugehen.
Dann hätte diese Serie ihr Ziel erreicht.
Willkommen bei „Vom Auftraggeber zum Selbermacher“. Ich freue mich, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet.