Computer DIY 2020

Ich habe mich mit der Vorstellung der neuesten Prozessorgeneration von Intel dazu entschieden, einen neuen Computer zu bauen. Im folgenden führe ich durch die Auswahl und den Zusammenbau der Bauteile.

Auswahl der Bauteile:

Wichtig für die Reihenfolge der Auswahl der Komponenten ist das Herzstück, der Prozessor. Nach Überprüfung der Preise und der Leistung habe ich mich für den i7 10700K entschieden, einen 8 Kern (16 Threads) Prozessor der mit 3.8GHz taktet und im Boost auf 5.1GHz springt. Der i9 der 10ten Generation war meiner Meinung nach überteuert für 2 zusätzliche Kerne. Mit Intels 10ter Generation an i7-Prozessoren kommt auch der neue Sockel 1200 (Bauform des Chips bzw. Anordnung der Pins) auf den Markt. Dieser wird nur vom ebenfalls neuen Chipset Z490 unterstützt. Als erstes mache ich mich auf die Suche nach einem Z490 Mainboard. Hier bin ich bei ASUS fündig geworden. Das ROG STRIX Z490-E bietet meiner Meinung nach die beste Ausstattung für den Preis. Integriert sind zwei M.2 SSD Anschlüsse, genug PCIe Schnittstellen für zukünftige Erweiterungen und USB 3.2 Unterstützung. Ein zweites wichtiges Merkmal ist der vom Prozessor unterstützte Speichertakt, der bei dem neuen i/ bei 2933MHz liegt. Dieser Wert ist wichtig für die Auswahl des Arbeitsspeichers. Hier habe ich mich für einen 2x16GB Satz G.Skill 3200MHz DDR4 RAM entschieden. Die vollen 3200MHz werden hier nicht ohne Overclocking der CPU bzw. des RAMs ausgenutzt, stattdessen arbeitet der Arbeitsspeicher dann auf dem Maximum der CPU (2933MHz).

Die nächste Abhängigkeit ergibt sich indirekt aus dem Prozessor, nämlich die Hitzeentwicklung und deren Kühlung. Durch das Fertigungsverfahren der Chips welches immer kleinere Strukturen als Ziel hat wird die Spannung des Chips herunter gesetzt um keine Überschläge in den Strukturen zu provozieren. Um jedoch die gleiche oder eine höhere Leistung zu erzielen muss die Stromstärke erhöht werden. Mehr Strom führt zu mehr Hitze was wiederum eine ausreichende Kühlung voraussetzt. Meine Wahl viel auf einen Luftkühler von bequiet da ich weiterhin die Finger von All-in-One (AIO) Wasserkühlungen lasse. Als Elektrotechniker stellen sich mir die Haare auf wenn ich Wasser mit Elektronik kombinieren soll. Zusätzlich gibt es unzählige Tests auf Youtube die zeigen, dass Wasserkühlung wenn überhaupt minimale Temperaturvorteile im Gegensatz zu luftgekühlten Systemen bietet. Ein oft übersehener Punkt ist die Höhe des Kühlers über dem RAM. Aktuell gibt es viele RAM Bausteine, die durch RGB Beleuchtung sehr hoch gebaut sind. Da große Kühler über den Arbeitsspeicher reichen, muss man immer beachten, dass sich diese nicht in die Quere kommen. Leider ist das leichter gesagt als getan, da kaum ein Kühler Hersteller Angaben zur maximalen RAM-Höhe macht bzw. andersherum. Hier ist etwas Recherche im Internet notwendig um einen Build ähnlich dem eigenen zu finden um die Bestätigung zu erhalten das sich da nichts berührt. Eine gute Seite ist hier PCPartpicker.com, (bei einer Wasserkühlung hat man dieses Problem natürlich nicht…) auf der man über ein Stichwort, z.B. Trident NEO alle PC Builds findet, die das gesuchte Bauteil beinhalten.

Für die Auswahl des passenden Netzteils nutze ich immer den Netzteil Kalkulator von bequiet um die richtige Leistung des Netzteils zu berechnen. Hier gibt man die stromverbrauchenden Bauteile seines Builds an und bekommt an Ende eine Übersicht über die passenden Netzteile. In diesem Fall natürlich nur für die von bequiet, jedoch bleibt die Leistung die gleiche und man kann sich ein entsprechendes Netzteil eines anderen Herstellers aussuchen. Man sollte immer einen gewissen Puffer einplanen damit man beim Einbau von Zusatzteilen nicht direkt an die Grenzen des Netzteils stößt. Meine Kalkulation sah wie folgt aus, weshalb ich mich für das Straight Power 11 850W entschieden habe. Die neueste i7 Generation war leider noch nicht im Kalkulator, stattdessen habe ich einfach den i9 9900K verwendet welcher ähnliche Werte hat. Der Vorteil dieses Netzteils ist das modulare Kabelmanagement, nur die Kabel die wirklich benötigt werden müssen an das Netzteil angeschlossen werden. Bei anderen Netzteilen ist oft der Kabelstrang nicht abnehmbar und es müssen alle nicht genutzten Stecker dann versteckt oder unschön im Gehäuse verlegt werden.

Die vorletzten Komponenten sind die Festplatten. Genutzt werden zwei M.2 SSDs von Samsung welche perfekt auf den zwei M.2 Slots des Mainboards Platz finden. Geplant ist eine 500GB NVMe EVO Plus für das Betriebssystem, eine 1TB NVMe EVO Plus für Programme/Spiele und zwei 2TB Western Digital Blue HDDs als Archiv für Fotos/Musik da es hier nicht auf schnelle Zugriffsgeschwindigkeit ankommt. Die zwei HDDs werden in ein RAID 10 zusammengefügt.

Das definitiv offensichtlichste Bauteil des Computers ist das Gehäuse. Hier ist zu beachten, dass alle Bauteile auch in das Gehäuse passen. Dazu wird der Formfaktor des Mainboards überprüft, in meinem Fall habe ich ein Full-ATX Mainboard ausgewählt. Als zweites ist die CPU Kühler Höhe ausschlaggebend, welche sich bei mir bei ca. 17cm bewegt. Ich brauche also ein Gehäuse mit ATX Formfaktor sowie mindestens Platz für 17cm Kühler. Die Länge der Grafikkarte ist auch noch ausschlaggebend, da mittlerweile aber die meisten Gehäuse modular aufgebaut sind, und somit meistens bis zu 40cm Grafikkarten problemlos installiert werden können habe ich dort nichts zu befürchten. Meine Wahl viel wie bei den vielen anderen Bauteilen auf ein Gehäuse von bequiet. Das Dark Base 700 erfüllt alle meine Anforderungen und bietet noch einige Features wie Glasscheibe um die Innereien zu sehen, RGB Beleuchtung, Schallisolierung für flüsterleisen Betrieb und genug Platz für 7 zusätzliche Gehäuselüfter. Als Gehäuselüfter habe ich mir zu den 2 bereits verbauten Lüftern noch 2 zusätzliche Silent Wings 3 Lüfter von bequiet sowie einen RGB Strip von Asus bestellt.

Einzelteile (alle mit Link versehen):

Später geplant ist noch eine Aufrüstung auf eine Nvidia RTX 3070 Grafikkarte die Ende 2020 erscheinen soll. Bis dahin nutze ich meine zuverlässige Nvidia GTX970 von 2014.

Werkzeug:

  • Schraubendreher Set
  • Wärmeleitpaste (meistens beim CPU Kühler mit dabei)
  • Plastikspartel / alte Plastikkarte
  • Antistatikhandschuhe / Gummihandschuhe
  • Druckluftspray
  • Magnetische Schale zur Aufbewahrung von Schrauben

Aufbau:

Beim Aufbau trage ich Antistatikhandschuhe sowie ein Erdungskabel am Arm.

Begonnen wird mit der Installation des Prozessors auf dem Mainboard. Bei diesem Schritt kann am meisten Schaden entstehen führt man ihn falsch aus, weshalb hier besondere Vorsicht geboten ist. Es sollte in keinem Fall eine Berührung der Haut mit den Kontakten des Prozessors sowie dem Sockel geschehen um Hautfett-Rückstände auf den Kontakten zu vermeiden. Auf dem Prozessor ist eine Ecke markiert, ebenso im Sockel. An diese beiden Markierungen muss man sich beim Einsetzen richten. Um den Prozessor einzusetzen hebt man den Bügel des Sockels aus der Verankerung und schwingt ihn auf. Der Prozessor wird eingesetzt und der Bügel wieder zurück bewegt. Der Sockel muss nun nur noch verriegelt werden (Bügel in die Halterung schieben).

Nun folgt der Einbau der beiden RAM-Riegel. Aus der Bedienungsanleitung des Mainboards geht immer hervor, in welchen Slots man die Riegel stecken muss, je nachdem ob man einen, zwei oder vier Riegel hat gibt es unterschiedliche Vorgaben. In der Regel werden die Riegel (im Dual Channel) nicht nebeneinander sondern mit einem freien Slot Abstand installiert, beginnend beim entferntesten Slot um mehr Platz für den Kühler zu haben. Zur Installation werden die Klapp-Raster an den Enden der Slots nach unten gedrückt, danach werden die RAM-Riegel fest hinein gedrückt bis sich die Raster von alleine schließen. Wichtig hierbei ist die Orientierung der Riegel, welche durch eine Einkerbung an den Kontakten leicht festzustellen ist.

Als nächstes folgt die Wärmeleitpaste, hier wird eine etwa erbsengroße Menge auf die Mitte des Prozessors aufgebracht. Mit einem Plastikspartel oder einer alten Kreditkarte wird dann die Paste auf dem Prozessor gleichmäßig verteilt. Mit einem Wattestäbchen oder Küchenrolle kann man die überflüssige Paste entfernen. Es sollte nichts von der Wärmeleitpaste über die Ränder des Prozessors laufen!

Sollte Wärmeleitpaste auf die Haut gelangen, bitte diese gründlich waschen!

In der Verpackung des CPU Kühlers sind die notwendigen Schrauben und Platten für die Montage des Lüfters enthalten. Anhand der Bedienungsanleitung sollte klar sein welche Montagevorrichtung für den jeweiligen Sockel benötigt wird (in meinem Fall Sockel 1151 welcher kompatibel zu Sockel 1200 ist). Auf der Rückseite des Mainboards wird eine Versteifung montiert auf der Vorderseite dann der Kühler. Bevor der Kühler auf die Wärmeleitpaste gesetzt wird, unbedingt daran denken, dass auf machen Kühlern noch eine Schutzfolie angebracht ist! Vergisst man diese kommt es sehr schnell zu einem Hitzestau und der Prozessor schaltet sich ab weil er die Wärme nicht ungehindert an den Kühler weitergeben kann.

Der letzte Schritt am Mainboard sind die zwei M.2 SSDs. Bei meinem Mainboard müssen dazu die Abdeckungen entfernt werden. In der Verpackung des Mainboards sind noch die M.2 Abstandsbolzen zu finden die in die korrekte Fassung geschraubt werden müssen welche durch die Länge der SSD bestimmt wird. Die SSDs werden mit der Kontaktierung voran in die M.2 Aufnahme geschoben und an der gegenüberliegenden Seite mit der Schraube nach unten gedrückt und verschraubt.

Vorbereitung des Gehäuses:

Bevor das Mainboard in das Gehäuse eingebaut wird, müssen noch ein paar Vorarbeiten erledigt werden. Angefangen wird mit der Montage der beiden zusätzlichen Lüfter. Jeweils ein Lüfter wird für die Luftzufuhr als auch für die Abfuhr an der Vorder- und Rückseite montiert. Vorne soll frische Luft angesaugt und hinten ausgestoßen werden. Danach werden die beiden HDD-Festplatten in den Festplattenkäfig geschraubt. Zuletzt wird auf der Rückseite des Gehäuses das Netzteil angeschraubt. Nun Folgt die Verkabelung der Lüfter, Festplatten, Netzteil, Gehäuaseanschlüsse und RGB- Elemente. Die RGB-Elemente und Lüfter werden vor der Verbindung mit dem Mainboard an eine Zusatzplatine auf der Rückseite des Gehäuses zusammengefasst. Diese kontrolliert alle Lüfter gleichzeitig mit einem einzigen Kabel zum Mainboard. Ebenso verhält es sich mit den RGB-Elementen.

Als nächstes erfolgt die Stromversorgung. Beim ausgewählten vollmodularem Netzteil, müssen nur die Kabelbäume angesteckt werden, die auch benötigt werden. In meinem Fall waren das Mainboard, Grafikkarte und SATA Stromversorgung. Die Festplatte werden mit den SATA Steckplätzen des Mainboards verbunden und die Gehäuseanschlüsse mithilfe des Benutzerhandbuchs des Mainboards schon durch die passenden Öffnungen geschoben um nach Einbau die sichtbaren Kabelelemente so kurz wie möglich zu halten.

Nun werden die 9 Abstandsbolzen für das ATX Mainboard überprüft. Oftmals gibt es auf Mainboards nur Schraubenlöcher für 8 statt 9 Schrauben. In diesem Fall muss ein Abstandsbolzen aus dem Gehäuse entfernt werden um die Hardware nicht zu beschädigen. In meinem Fall waren 8 Abstandsbolzen und ein Abstandsdom  vorhanden. Das Mainboard wird schließlich ins Gehäuse gesetzt und mit 8 Schrauben auf den Abstandsbolzen verankert. Beim Einbau ist zu beachten, dass das I/O Panel korrekt im dafür vorgesehenen Gehäuseausschnitt sitzt.

Zuletzt wird die Grafikkarte eingebaut und verkabelt.

Für die Installation von Windows wird ein mindestens 8GB USB Stick benötigt. Auf diesen wird mit dem  Media Creation Tool von Microsoft die aktuellste Windows 10 Professional 64bit Version aufgebracht. Beim booten des neuen Computers wird (wenn nicht automatisch erkannt) über den USB Stick gebootet und Windows so installiert.

Bilder zum Build: